Butter, Vanille und Zimt im Ofen – für viele beginnt Weihnachten mit dem Duft selbst gebackener Plätzchen. Die Klassiker brauchen keine ausgefallenen Zutaten: Mit Spritzgebäck, Butterplätzchen, Vanillekipferln und einigen weiteren Rezepten lässt sich ein abwechslungsreicher Adventsteller zusammenstellen. Dazu passt eine regionale Ergänzung: Bergische Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne.
Spritzgebäck: der Klassiker aus dem Fleischwolf
In vielen Familien wurde Spritzgebäck traditionell mit einem Fleischwolf und einem Gebäckaufsatz geformt. Auch Spritzbeutel oder andere passende Aufsätze eignen sich. Der Teig soll weich genug zum Formen sein, aber seine Kontur behalten.
Zutaten
- 250 g weiche Butter
- 100 g Puderzucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 1 Ei
- 250 g Mehl
- 70 g Speisestärke
- bei Bedarf etwas Milch
- optional: Zartbitter- oder Vollmilchkuvertüre
Zubereitung
Butter, Puderzucker und Vanillezucker cremig rühren. Ei und Salz dazugeben, dann Mehl und Speisestärke kurz unterarbeiten. Bei Bedarf etwas Milch ergänzen. Kringel, Stangen oder S-Formen auf ein Blech setzen und bei etwa 180 Grad Ober-/Unterhitze backen, bis die Ränder leicht goldfarben sind. Auskühlen lassen und nach Wunsch die Enden in Schokolade tauchen.
Butterplätzchen: zum Ausstechen und Verzieren
Sterne, Herzen oder Tannenbäume: Butterplätzchen eignen sich besonders gut, wenn mehrere Hände beim Ausstechen und Dekorieren mithelfen. Kleine Unebenheiten müssen nicht stören – sie gehören zum Selbstgebackenen.
Zutaten
- 300 g Mehl
- 200 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Ei
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- etwas abgeriebene Zitronenschale
Zum Verzieren eignen sich Puderzucker, Zitronensaft, Schokolade, Zuckerperlen, Streusel und gehackte Mandeln.
Zubereitung
Alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten und mindestens 30 Minuten kalt stellen. Auf einer leicht bemehlten Fläche drei bis vier Millimeter dick ausrollen, Formen ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Bei etwa 180 Grad rund acht bis zwölf Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen, bevor die Plätzchen verziert werden.
Vanillekipferl: mürbe Halbmonde
Für zarte Kipferl den Teig rasch kneten und die geformten Hörnchen nicht zu dunkel backen. Die warmen Plätzchen sind empfindlich, deshalb beim Wälzen in Vanille-Puderzucker vorsichtig vorgehen.
Zutaten
- 250 g Mehl
- 175 g kalte Butter
- 100 g gemahlene Mandeln
- 80 bis 100 g Zucker
- 2 Eigelb
- 1 Prise Salz
Zum Wälzen: 100 g Puderzucker, etwas Zucker sowie Mark einer Vanilleschote oder guter Vanillezucker.
Zubereitung
Mehl, Butter, Mandeln, Zucker, Eigelb und Salz rasch verkneten. Den Teig mindestens 30 Minuten kalt stellen. Kleine Stücke zu Rollen formen, die Enden dünner rollen und zu Halbmonden biegen. Bei ungefähr 175 bis 180 Grad backen, bis die Spitzen ganz leicht Farbe bekommen. Noch warm vorsichtig in der Vanille-Zucker-Mischung wenden.
Zimtsterne: mit Mandeln statt Mehl
Bei Zimtsternen bilden gemahlene Nüsse die Grundlage des Teigs. Für die Glasur etwas Eiweißmasse zurückbehalten und die ausgestochenen Sterne vor dem Backen damit bestreichen. Bei niedriger bis mittlerer Temperatur backen, damit die Glasur möglichst hell bleibt.
Zutaten
- 250 g gemahlene Mandeln oder eine Mischung aus Mandeln und Haselnüssen
- 200 g Puderzucker
- 2 Eiweiß
- 2 TL Zimt
- etwas Zitronensaft
Für die Glasur: 1 Eiweiß und etwa 100 bis 150 g Puderzucker.
Eiweiß aufschlagen und Puderzucker unterheben. Einen kleinen Teil für die Glasur beiseitestellen. Mandeln und Zimt in die übrige Masse geben und zu einem formbaren Teig verarbeiten. Zwischen Backpapier ausrollen, Sterne ausstechen, bestreichen und backen.
Spekulatius und Nussplätzchen: würzig oder schlicht
Für Gewürzspekulatius Butter und braunen Zucker verrühren, ein Ei zugeben und anschließend Mehl, gemahlene Mandeln und Gewürze unterkneten. Vorgesehen sind 250 g Mehl, 125 g Butter, 100 g brauner Zucker, 1 Ei, 50 g gemahlene Mandeln, 1 TL Zimt, kleine Prisen Nelken, Kardamom und Muskat, Salz sowie etwas Backpulver. Den Teig mindestens eine Stunde kalt stellen, dünn ausrollen und bei etwa 175 bis 180 Grad knusprig backen. Spekulatiusformen sind eine Möglichkeit; normale Ausstechformen funktionieren ebenfalls.
Wer es unkompliziert mag, kann Nussplätzchen backen. Dafür 200 g Mehl, 150 g Butter, 100 g Zucker, 150 g gemahlene Haselnüsse, 1 Ei, Salz und etwas Vanille zu einem Mürbeteig verkneten. Kalt stellen, kleine Kugeln formen, flach drücken und jeweils eine ganze Haselnuss daraufsetzen. Bei ungefähr 175 bis 180 Grad goldbraun backen.
Kokosmakronen und Marmeladenplätzchen
Kokosmakronen sind eine Möglichkeit, Eiweiß zu verwenden. Für die klassische Variante 3 Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, 150 g Zucker langsam einrieseln lassen und 200 g Kokosraspel vorsichtig unterheben. Mit etwas Zitronenabrieb abrunden. Kleine Häufchen auf Oblaten oder Backpapier setzen und bei ungefähr 150 bis 160 Grad backen. Sie sollen außen leicht Farbe bekommen und innen weich bleiben. Nach dem Auskühlen lässt sich die Unterseite nach Wunsch in dunkle Schokolade tauchen.
Für Marmeladenplätzchen einen Mürbeteig aus 300 g Mehl, 200 g Butter, 100 g Zucker, 1 Ei, Vanille und einer Prise Salz herstellen und kalt stellen. Jeweils zwei gleiche Formen ausstechen, bei einer davon ein kleines Loch in die Mitte setzen und backen. Nach dem Auskühlen die geschlossene Form mit Johannisbeer-, Himbeer- oder Kirschkonfitüre bestreichen, den gelochten Deckel aufsetzen und mit Puderzucker bestäuben. Kirschkonfitüre bringt dabei einen Geschmack auf den Teller, der auch zu den heißen Kirschen bei Bergischen Waffeln passt.
Schoko-Crossies ohne Backofen
Nicht jedes Weihnachtsgebäck muss gebacken werden. Für Schoko-Crossies 200 g Schokolade vorsichtig schmelzen und 100 g Cornflakes sowie 50 g gehackte Mandeln unterheben. Nach Wunsch etwas Vanille oder Zimt ergänzen. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf Backpapier setzen und auskühlen lassen.
Bergische Waffeln für die Adventstafel
Waffeln sind keine Plätzchen, gehören aber zur regionalen Kaffeetradition. Bei der Bergischen Kaffeetafel werden sie unter anderem mit heißen Kirschen und Sahne oder mit Milchreis, Zimt und Zucker serviert.
Zutaten
- 250 g Butter
- 200 g Zucker
- 4 Eier
- 500 g Mehl
- 1 Päckchen Backpulver
- etwas Vanille
- etwa 500 ml Milch
- 1 Prise Salz
Butter und Zucker cremig rühren, Eier nacheinander dazugeben. Mehl und Backpulver vermischen und abwechselnd mit Milch einrühren. Der Teig soll dickflüssig sein. Im heißen Waffeleisen goldbraun backen und warm servieren.
Plätzchen gut aufbewahren und Familienrezepte bewahren
Die meisten Plätzchen bleiben kühl, trocken und gut verschlossen am besten frisch. Verschiedene Sorten können getrennt gelagert werden: Würzige Gebäcke übertragen sonst möglicherweise ihr Aroma auf feinere Sorten. Knusprige und sehr weiche Plätzchen sollte man ebenfalls nicht unbedingt zusammen aufbewahren.
Wer alte Rezepthefte oder handgeschriebene Zettel besitzt, kann sie fotografieren, digitalisieren und nachbacken. Hilfreich ist auch, den Namen der Person dazuzuschreiben, von der das Rezept stammt. So bleibt nicht nur die Zutatenliste erhalten, sondern auch ein Stück Familiengeschichte.
Für einen gemischten Weihnachtsteller müssen es nicht zehn Sorten sein: Spritzgebäck bringt Tradition, Vanillekipferl und Zimtsterne sorgen für würzige Klassiker, Butterplätzchen bieten Platz für Dekoration. Dazu passen Makronen oder Marmeladenplätzchen – und, wenn es etwas Warmes sein soll, Bergische Waffeln.
